Delmenhorster Stimme für Frieden in Gaza

Mit großer Bestürzung verfolgen wir Delmenhorster Bürger das Geschehen im so genannten Gaza-Streifen, der einstmals nicht als Streifen sondern als Teil eines unabhängigen Palästina angedacht war. Die unterzeichnenden Privatpersonen verurteilen das mörderische Vorgehen gegen die wehrlose Bevölkerung. Vor den Augen der Welt wird das am dichtesten besiedelte Gebiet der Welt bombardiert, wobei vor allem Zivilisten Opfer werden; Zivilisten, die seit über 18 Monaten durch die Abriegelung des Gaza-Streifens nahezu ausgehungert sind und deren katastrophale humanitäre Situation eines Aufschreis der Weltöffentlichkeit bedurft hätte, lange vor der Eskalation. Gott vergebe, dass wir damals geschwiegen haben.

Hinter jedem der inzwischen fast 1000 Opfer steht ein menschliches Schicksal und trauernde verzweifelte Angehörige. Zahlreiche Frauen und Kinder sind unter den Getöteten. Ungezählt sind die Verletzten, die in den besonders von der Blockade betroffenen Krankenhäusern kaum die erforderliche medizinische Hilfe erhalten können. Das Ausmaß der Katastrophe hat inzwischen Dimensionen erreicht, dass selbst die UNO und das Rote Kreuz dem israelischen Vorgehen kriegsverbrecherische Züge vorwerfen. Aber auch die Zivilbevölkerung in Israel leidet, wenn auch im erheblich geringeren Maß. Jedes Leid von unschuldigen Zivilisten ist Leid, das verhindert werden muss. Es bleibt uns allerdings unverständlich, wie man einerseits einer seit einem halben Jahrhundert unter Besatzung lebenden Bevölkerung jegliches Recht auf Wider-stand absprechen kann, während man gleichzeitig dem Besatzer zubilligt, jedes beliebige Maß an Gewaltanwendung auch gegen Zivilisten auszuüben. Daher stellt sich uns nicht die Frage der Verhältnismäßigkeit, sondern die Frage von Menschlichkeit und Gerechtigkeit.

Als fassungslose Bürger in Delmenhorst erachten wir es als unsere mindeste Pflicht, unseren Protest gegen das israelische Vorgehen öffentlich kund zu tun, doch gleichzeitig in der Katastrophe auch die Chance zu sehen, für einen Frieden von Juden, Christen, Muslimen und Andersgläubigen in unserer kleinen Stadt einzutreten als Signal mit Leuchtturmcharakter für alle benachbarten Städte und darüber hinaus.

Wir appellieren daher an alle Bürger in Delmenhorst sich gemeinsam mit uns gegen jegliche Form von Gewalt mit ihrer Stimme zu erheben. Gleichzeitig bitten wir jedes friedliebende Herz darum, bei einem Konflikt zwischen einem Besatzer und einem Besetzten stets die Stimme des Besetzten zumindest im gleichen Maß anzuhören, wie die des Besatzers, damit das ohnehin bestehende Unrecht nicht vergrößert wird.

Wir reichen unsere Hand allen Muslimen, um in der Friedenslehre des Islam, gemeinsam für Frieden in Gerechtigkeit einzustehen.
Wir reichen unsere Hand allen Christen, dem Aufruf Jesu folgend eine Stimme für Frieden und Nächstenliebe zu unterstützen.
Wir reichen unsere Hand allen Juden, um uns in Erinnerung an Moses zumindest verbal gemeinsam für Frieden im Heiligen Land zu engagieren, einem Frieden in dem Juden, Christen, Muslime und Andersgläubige gleichberechtigt in Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit miteinander leben können und kein Zivilist, auf welcher Seite auch immer, bedroht wird.
Wir reichen unsere Hand allen friedliebenden Einzelpersonen, durch Unterzeichnung der Erklärung der Delmenhorster Stimme für Frieden in Gaza Gewicht zu verleihen.

Und der Friede Gottes sei mit allen, deren Herzen für Frieden und auf der Seite der Leidtragenden schlägt.

Erstunterzeichner
Dr. Yavuz Özoguz
(Muslim-Markt, Enzyklopädie des Islam, Buchautor)

Die Unterzeichner zeichnen jeweils im eigenen Namen (siehe Liste unten)

DelFrieden-Flugblatt A4 [pdf] zum herunterladen und verteilen

Alle volljährigen Bürger aus Delmenhorst (bzw. naher Umgebung z.B. Ganderkesee) können sich den Aufruf anschließen durch Mail an delfrieden@mmnetz.de .

Unterzeichnerliste liegt den Heruasgebern vor